fehlende Übertragbarkeit

Die praktizierte, ungeprüfte Übertragung der Tierversuche auf den Menschen ist weitgehend dafür verantwortlich, dass Menschen immer wieder Opfer von für sicher gehaltenen Therapien oder Medikamenten werden.

                  

Tatsächlich versagt die tierexperimentell ausgerichtete Forschung immer wieder auf ganzer Linie. 95% der potenziellen Arzneimittel, die sich im Tierversuch als wirksam und sicher erwiesen haben, kommen nicht durch die klinische Prüfung am Menschen, entweder wegen mangelnder Wirkung oder wegen unerwünschter Nebenwirkungen.1

In der Giftigkeitsprüfung lassen sich gerade einmal 43% der Ergebnisse des Tierversuchs auf den Menschen übertragen.2 Logischerweise lässt sich immer erst nach Anwendung am Menschen ausmachen, welche Ergebnisse übertragbar sind.

Studien belegen, dass in der Grundlagenforschung weniger als 1% aller Tierversuche für den Menschen einen Nutzen haben.3 Jedoch werden in der Grundlagenforschung (siehe Lexikon) mehr als 59% aller Tierversuche durchgeführt.4

Eine 2010 veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass von 500 Schlaganfall-Medikamenten, die im Tierversuch bei Mäusen als erfolgreich galten, beim Menschen gerade einmal zwei vielversprechend blieben.5 Eines davon Aspirin, das es seit mehr als 100 Jahren gibt.

Solche Zahlen widerlegen die Behauptung, dass Tierversuche für die medizinische Entwicklung sinnvoll und notwendig seien.

Wie unterschiedlich Mensch und Tier auf Substanzen reagieren, erkennt man, wenn man die entsprechenden Reaktionen verschiedener Tierarten vergleicht.

 

weiterführende Links:
"Steuergeldverschwendung für Grundlagenforschung"
"Tierversuchsstatistik"
"Tiermodelle liefern keine zuverlässige Information für klinische Studien"
"Der Mensch ist keine 70kg-Maus" 

Quellennachweis:
1 KMR Group Inc.: Annual R&D General Metrics Study Highlights New Success Rate and Cycle Time Data CHICAGO, Illinois, 8. August 2012 
2 „Food for Thougt Look Back in Anger – What Clinical Studies Tell Us About Preclinival Work“, Thomas Hartung, ALTEX 2013; 30(3): 275-291
3 Chalmers I et al.: Research: increasing value, reducing waste 1: How to increase value and reduce waste when research priorities are set. The Lancet 2014: 383 (9912); 156-165
4 http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Tier/Tierschutz/Versuchstierdaten2015.pdf?__blob=publicationFile
5
 Van der Worp, B. H., Howells, D.W., Sena, E.S., Porritt, M.J., Rewell, S., O`Collins, V. and Macleod, M.R.: Can Animal Models of Disease Reliably Inform Human Studies? PlosMedicine 2010: 7; e10000245 
Originalpublikation